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Klimaschutz in Leonberg

Das Referat für Klimaschutz ist im Dezernat III des Baubürgermeisters angesiedelt und als zentraler Organisator dafür zuständig, den Klimaschutz und die Energiewende in Leonberg voranzutreiben und zu verstetigen. 

Dafür arbeitet es mit verschiedenen Fachämtern der Stadtverwaltung zusammen.

Für eine bessere Organisation und Kooperation ist zukünftig die Bildung eines Energieteams geplant. Der Teilnehmerkreis setzt sich aus Vertretern der entsprechenden Fachämtern und den städtischen Eigenbetrieben zusammen. Zudem besteht die Einbindung weiterer Mitglieder, wie externe Energieberater oder engagierte Bürger. Das Energieteam wird dem Klimaschutz als Querschnittsaufgabe gerecht, indem sich unterschiedliche Akteure zusammenschließen und gemeinsam die großen Herausforderungen angehen.

Wir streben eine Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2040 und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels an. Für einen wirkungsvollen Klimaschutz müssen alle Bereiche unseres alltäglichen Lebens betrachtet werden, in denen Treibhausgas-Emissionen entstehen. Die zentrale Aufgabe des Referats für Klimaschutz ist es daher, Klimaschutzmaßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern zu initiieren, zu koordinieren und umzusetzen. Aktuell ist das Referat für Klimaschutz für folgende Projekte zuständig:

Kommunale Wärmeplanung

In der Vergangenheit lag unser Fokus einer nachhaltigen Energieerzeugung auf der Stromproduktion. Während der Anteil der Erneuerbaren Energien im Strombereich fast 50% beträgt, liegt er im Wärmesektor bei ca. 16%.

Dabei machen Wärmeanwendungen mit 58% den größten Posten am Endenergieverbrauch aus, noch vor dem Verkehrssektor mit 27% und dem Stromsektor mit 21%.


Wir haben kein Strom-, sondern ein Wärmeproblem. (Robert Habeck)


Das Bundesland Baden-Württemberg hat dies erkannt und das Konzept der kommunalen Wärmeplanung im Klimaschutzgesetz des Landes in §7 c-e verankert. Als große Kreisstadt ist Leonberg verpflichtet, einen solchen kommunalen Wärmeplan zu erstellen.

Auf dem Weg zur Wärmewende

Für die Realisierung der Wärmewende bedarf es grundsätzlich einer drastischen Reduzierung unseres Wärmebedarfs. Dennoch werden zukünftig auch weiterhin Raum- und Prozesswärme, sowie Warmwasser benötigt. Diese Energiemengen müssen jedoch vollständig aus Erneuerbaren Energien und Abwärme bereitgestellt werden. Da der Wärmetransport über weite Strecken schwierig ist und zudem noch größere Verluste aufweist, muss die Wärmeerzeugung "vor Ort" auf kommunaler Ebene stattfinden.

Der Wärmeplan ist dafür ein hilfreiches Werkzeug. Er besteht aus 4 Elementen: Bestandsanalyse, Potenzialanalyse, Aufstellung Zielszenario und schließlich die Wärmewendestrategie.

Alle Informationen rund um die kommunale Wärmeplanung finden Sie auf Kommunale Wärmeplanung | Wärmewende (kea-bw.de).

Die Erstellung des kommunalen Wärmeplans übernimmt das Referat für Klimaschutz in Kooperation mit dem Ingenieurbüro EnergyEffizienz GmbH und der greenventory GmbH.

Laut Klimaschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg muss der Wärmeplan spätestens bis zum 31. Dezember 2023 beim zuständigen Regierungspräsidium eingereicht werden. Die Fertigstellung ist für Herbst 2023 vorgesehen.


Klimaneutrale Kommunalverwaltung

Die Stadt Leonberg strebt an, ihren Beitrag zu den Klimaschutzzielen des Landes Baden-Württemberg zu leisten und bis 2040 Treibhausgasneutralität zu erreichen.

Ein wichtiger Baustein dieses Vorhabens ist die klimaneutrale Kommunalverwaltung. Durch den täglichen Dienst der Mitarbeiter der Stadtverwaltung für die Bürger der Gemeinde Leonberg entstehen in verschiedenen Bereichen Treibhausgasemissionen. Von der Versorgung der kommunalen Liegenschaften mit Strom und Wärme, über den stadteigenen Fuhrpark, bis hin zur Infrastruktur. All diese Dinge führen zum Ausstoß von Treibhausgasen. Als Verwaltung wollen wir unserer Vorbildfunktion gerecht werden und ein Vorreiter auf dem Weg zu notwendigen Klimaschutzmaßnahmen sein.

Voraussetzung für den Erfolg des Vorhabens einer klimaneutralen Verwaltung, ist ein gut durchdachtes Konzept, das aktuell in Planung ist.

Einen groben Fahrplan auf dem Weg dorthin zeigt der folgende Phasenplan in schematischer Darstellung. Der Fahrplan richtet sich nach dem Leitfaden "Klimaneutrale Kommunalverwaltung Baden-Württemberg" vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu).


In Phase 1 werden Daten zu den Energieverbräuchen gesammelt und daraus eine THG-Bilanz nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG) erstellt. Dieser Bilanzierungsstandard berücksichtigt sowohl direkte Emissionen (Scope 1), indirekte Emissionen (Scope 2), als auch Emissionen aus vor- und nachgelagerten Aktivitäten (Scope 3). Betrachtet werden sämtliche Treibhausgase, die im unmittelbaren Verantwortungsbereich der Kommunalverwaltung anfallen. Dazu zählen die Strom- und Wärmeverbräuche der stadteigenen Gebäude, die Energieverbräuche der Infrastruktur (Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung und Straßenbeleuchtung), der kommunale Fuhrpark und die Dienstreisen der Mitarbeiter. Zudem können noch andere Bereiche auf freiwilliger Basis nachrichtlich dargestellt werden.

In Phase 2 wird ein zielkonformer THG-Reduktionspfad bis zum Jahr 2040 konzipiert. Dabei ist ein Richtwert vorgegeben mit einer Reduktion der Emissionen von 14% gegenüber dem Vorjahr, um das 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Bis zum Jahr 2030 sollen 80% Einsparungen erreicht werden.

Die Phasen 3 und 4 sind gekoppelt zu betrachten. Diese beinhalten die Ausarbeitung eines Maßnahmenkataloges mit möglichen investiven und nicht-investiven Maßnahmen, sowie einen konkreten Umsetzungsplan mit den entsprechenden Akteuren. Als Controlling ist ein jährlicher Klimaschutzbericht vorgesehen.

Sind Sie neugierig?

Unter Klimaneutrale Kommunalverwaltung (kea-bw.de) gibt es zusätzliche Informationen.


European Energy Award

Mit der Teilnahme am European Energy Award (EEA) beteiligt sich die Stadt Leonberg an einem europaweit erprobten Qualitätsmanagementsystem.

Der Zweck dieses Tools ist es, die Kommune im Bereich der Energieeffizienz und des Klimaschutzes weiter voranzubringen und die Ziele in einem dauerhaften Prozess zu erreichen. Im Rahmen dieses Projektes wird versucht, die Maßnahmenbereiche "Entwicklungsplanung und Raumordnung, Kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation" hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen zu verbessern. Hierzu erhält die Stadt Leonberg Hilfe von einem akkreditierten Berater. Der EEA dient auch als begleitende Maßnahme für den kommunalen Wärmeplan und die klimaneutrale Verwaltung.


In einem Zertifizierungsverfahren wird die Gesamtpunktzahl entsprechend der unten aufgeführten prozentualen Gewichtungen aufgeteilt. Jeder Einzelbereich erhält somit eine maximal zu erreichende Punktzahl. Das Engagement aller beteiligten Akteure entscheidet dann über die erhaltenen Punkte und die Auszeichnung. Bei einem Zielerreichungsgrad von mindestens 50% der Gesamtpunktzahl, ist die Kommune "Partner mit Auszeichnung".

Sollten besonders viele Maßnahmen umgesetzt und ein Zielerreichungsgrad von 75% erreicht werden, dann winkt der Goldstatus sowie eine kleine Geldprämie.

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Die Durchführung des Prozesses untergliedert sich in 4 Abschnitte: Ist-Analyse, Erstellung des Arbeitsprogramms, Umsetzung der Projekte und schließlich die Zertifizierung samt Auszeichnung.

Mittlerweile haben sich über 1.500 Kommunen in 16 Ländern dazu entschieden, am European Energy Award teilzunehmen. Durch die Mitgliedschaft hat jede Kommune die Möglichkeit, das jährliche Erfahrungsaustausch-Treffen zu besuchen und sich Tipps und Tricks geben zu lassen. Zusätzlich profitiert jedes Mitglied von einem exklusiven Netzwerk aus Experten und Fachleuten der anderen Kommunen.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Homepage des European Energy Award.

Die Koordination des European Energy Award übernimmt das Referat für Klimaschutz. Die Stadt Leonberg wird über die gesamte Teilnahmedauer durch Herrn Berthold Hanfstein von der Energieagentur Böblingen beraten.

 


Rückblick

Bereits im Jahr 2013 wurde für Leonberg und 14 weitere Kommunen im Landkreis Böblingen ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellt. Die Durchführung übernahm das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH (ifeu) und gefördert wurde das gesamte Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Alle Konzepte beinhalten eine Analyse der Energie- und Treibhausgasbilanz, eine Potenzialanalyse für erneuerbare Energien, sowie einen Maßnahmenkatalog mit Handlungsempfehlungen bis zum Jahr 2025.




Aufbauend auf diesem Konzept, konnte die Stadt Leonberg in nachfolgenden Bereichen schon einiges in Sachen Klimaschutz voranbringen:


Mobilitätswende

  • Erstellung des Masterplans "Green City"

  • Die Stadt Leonberg als fahrradfreundliche Kommune will die Fahrradkultur weiter ausbauen. Seit 2013 gibt es das Radverkehrskonzept , welches in Zukunft fortgeschrieben werden soll.

  • Am Bahnhof Leonberg steht ein Fahrradhaus zur Verfügung. Dieses bietet sichere Stellplätze für Fahrräder an, zudem gibt es dort die Möglichkeit seine E-Bikes und Pedelecs aufzuladen.

  • Im P+R-Parkhaus am Bahnhof wurden CarSharing-Stellplätze geschaffen.

  • Der städtische Fahrzeugpool wurde um Pedelecs und Elektroautos ergänzt - zukünftig soll die gesamte Fahrzeugflotte elektrisch angetrieben werden.

  • Am neuen Rathaus gibt es zwei Ladesäulen für E-Autos.

Kommunale Gebäude und Anlagen

  • Kontinuierlicher Umbau der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik.

  • Weitere Umstellung der Innenbeleuchtung kommunaler Gebäude auf LED-Technik.

  • Bezug von Ökostrom für städtische Gebäude und Anlagen.

  • Kontinuierlicher Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Liegenschaften.

  • Energetische Fassadensanierung mehrerer Schulen.

  • Stromsanierung am Schulzentrum.

  • Einbau von intelligenten Heizkörperthermostaten in zwei Obdachlosenunterkünfte.

Lokale Agenda Leonberg

Die internationale Staatengemeinschaft verabschiedete am 25. September 2015 in New York die Agenda 2030 mit dem Ziel, ein globales Engagement zu schaffen, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft zu bewahren. Die zentralen Elemente sind die 17 Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals (SDGs), welche alle drei Nachhaltigkeitsdimensionen – wirtschaftlichen Fortschritt (Ökonomie), Umwelt und Klimaschutz (Ökologie), Gerechtigkeit (Soziales) – in Einklang bringen. In der Agenda werden zudem fünf Kernbotschaften benannt, welche den Zielen in prägnanter und handlungsorientierter Weise vorangestellt sind:

  • Die Würde des Menschen im Mittelpunkt (People): Eine Welt ohne Armut und Hunger ist möglich.

  • Den Planeten schützen (Planet): Klimawandel begrenzen, natürliche Lebensgrundlagen bewahren.

  • Wohlstand für alle fördern (Prosperity): Globalisierung gerecht gestalten.

  • Frieden fördern (Peace): Menschenrechte und gute Regierungsführung.

  • Globale Partnerschaften aufbauen (Partnership): Global gemeinsam voranschreiten.

Im Jahr 2021 stimmte der Gemeinderat in Leonberg der Unterzeichnung zur Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung zu.

Damit verpflichtete sich die Stadt, die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen auf kommunaler Ebene umzusetzen. Nachhaltigkeit war für uns auch in der Vergangenheit schon immer ein wichtiger Aspekt. Darum ist Leonberg seit vielen Jahren Fairtrade-Stadt.

Für weitere Informationen besuchen Sie Start - Ziele für Nachhaltige Entwicklung - Agenda 2030 der UN.