Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
Quickmenu
Historische Leonberger Altstadt © Vilja Staudt
Seiteninhalt
11.04.2024

Voller Saal beim Infoabend zum Kommunalen Wärmeplan

Die Stadt hat am Donnerstag, 4. April, 18 Uhr, im Neuen Rathaus, zu einer Bürgerinformationsveranstaltung rund um die Kommunale Wärmeplanung eingeladen. Der Abend zielte darauf ab, die Bürgerinnen und Bürger über die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Wärmeversorgung zu informieren und Feedback einzuholen. 

Die Infoveranstaltung war gut besucht.

Die Infoveranstaltung war gut besucht.  | © Sebastian Küster

 

Erste Untersuchungen abgeschlossen

So voll war der Große Sitzungssaal des Neuen Rathauses am Belforter Platz selten. Kein Wunder: Das Interesse, wie die Stadt Leonberg ihre Kommunale Wärmeplanung aufstellt, ist groß. Das Langzeitprojekt gibt – kurz gesagt – unter anderem vor, welche Rahmenbedingungen für Strom- und Wärmeerzeugung, in welchen Gebieten der Stadt, künftig gelten. Wo macht es also für Bürgerinnen und Bürger Sinn, eine Luftwärmepumpe einzubauen? Wo ist es zielführender auf eine zentrale Strom- und Wärmeerzeugung zu setzen? Und welche regenerativen Energien bieten sich in der Engelbergstadt besonders an?

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Baubürgermeister Klaus Brenner die Teilnehmenden herzlich und betonte die Bedeutung einer nachhaltigen und effizienten Energieversorgung der Zukunft. 

Orientierung schaffen, dann Detailarbeit

Den Abend prägte jedoch Maren Wenzel vom Energieberatungsunternehmen EnergyEffizienz GmbH. Die Firma wurde von der Stadt Leonberg beauftragt, gemeinsam mit der Verwaltung den Kommunalen Wärmeplan auszuarbeiten. Die Zusammenarbeit läuft seit 2022. "Mir ist es sehr wichtig gleich zu Beginn ausdrücklich zu betonen, dass wir uns derzeit in einem Stadium befinden, in dem wir uns eine Orientierung verschaffen und daher noch nicht in die Details gehen konnten. Diese Phase beginnt erst noch. Dafür werden Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben. Diese Schritte sollen nun folgen. Unsere bisherigen Untersuchungen dienen dafür als Basis. Dennoch ist es entscheidend, Sie alle jetzt schon frühzeitig mitzunehmen und Ihnen heute einen Einblick in die bisherige Planung zu geben, die schon viele spannende Ergebnisse für Leonberg liefert", sagt Maren Wenzel.

Ein zentrales Ziel des Plans ist die Umstellung auf erneuerbare Energien und die Reduzierung der CO2-Emissionen im Wärmesektor. Hierzu können unterschiedliche Maßnahmen dienen, wie etwa der Ausbau von Fernwärmenetzen, die Förderung von Solarthermieanlagen, die Etablierung von Windkraft und die energetische Sanierung von Gebäuden. Auch die verstärkte Nutzung von Biomasse und Geothermie könnte zumindest theoretisch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung haben gezeigt, dass Leonberg rund 480 Gigawattstunden im Jahr für circa 11.000 Gebäude an Energie verbraucht. Die dominanten Wärmeerzeuger sind Erdgas und Heizöl, also fossile Energieträger. "Genau diese gilt es in Zukunft so weit es geht zu minimieren. Hier besteht großes Potenzial. Das Ziel ist es, CO2-neutral zu werden – bis 2040", sagt Maren Wenzel von EnergyEffizienz GmbH. Beachtlich: Schon heute entsteht Wärme und Strom in Leonberg bereits aus rund 14 Prozent erneuerbarer Energien. Gleichzeitig sind knapp die Hälfte aller Strom- und Heizsysteme älter als 20 Jahre. In der Engelbergstadt dominieren insbesondere private Wohnhäuser mit rund 92 Prozent, gefolgt von Gewerbe-, Industrie- und Verwaltungsgebäuden. 

Solaranlagen auf Dächern ausbauen

Doch welche regenerativen Wärmequellen sind für die Engelbergstadt nun besonders relevant? An erster Stelle stehen Solarthermie auf Freiflächen und oberflächennahe Geothermie (Kollektoren) gefolgt von Geothermie (Sonden) und Luftwärmepumpen. Aber auch Solarthermie auf Dächern könnten künftig eine wichtige Rolle spielen. "Gerade hier gibt es einen wichtigen Hebel. Denn unser Ziel sollte es sein, so wenig Flächen wie möglich neu zu versiegeln. Dächer gibt es bereits. Sie sollten also für Solaranlagen genutzt werden – wo immer möglich und sinnvoll", erläutert Maren Wenzel. 

Sanieren statt installieren

Bei aller Euphorie für neue Technologien in der Strom- und Wärmeerzeugung betont die Expertin, dass möglichst wenig Wärmeerzeugung überhaupt nötig werden sollte. Energetische Sanierung ist das Stichwort. Gebäude, die die Wärme besser speichern, benötigen quasi von Haus aus weniger externe Wärmequellen. Also: lieber sanieren statt installieren. Das ambitionierte Ziel: Zwei Prozent aller Gebäude pro Jahr instandsetzen und fit für die Zukunft machen. 

Dialog über Finanzierungen

Im Anschluss an die Präsentation hatten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, in der Themen wie Finanzierungsmöglichkeiten für private Haushalte, die Integration von Quartierslösungen und die Rolle der Politik in der Energiewende angesprochen wurden. Der Beschluss für den Kommunalen Wärmeplan mit aktuellen Ergebnissen soll am 30. April im Gemeinderat erfolgen. Im Sinne einer rollierenden Planung wird es aber noch weitere Veranstaltungen zur kommunalen Wärmeplanung geben. Alle fünf Jahre werden Maßnahmen geprüft und gegebenenfalls angepasst.

Insgesamt war der Abend ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wärmeversorgung. Durch den konstruktiven Dialog zwischen Bürgerschaft, Stadtverwaltung und Expertin konnten wichtige Impulse für die weitere Entwicklung des Kommunalen Wärmeplans gesetzt werden.


 

Favoriten