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17.05.2017

Es lebe die Freundschaft zwischen Leonberg und Belfort!

Am vergangenen Wochenende waren zahlreiche Leonberger mit zwei Bussen im französischen Belfort.

Neben der offiziellen Delegation waren Vertreter der evangelischen Kirche, des Modellbauclubs, der Radioamateure, der Naturfreunde, des Clubs für Leonberger Hunde, die Preisträger von „Jugend musiziert“ und der Chor Rythmix sowie zahlreiche Touristen aus Leonberg angereist. Eine Schülergruppe des JKGs war bereits anlässlich eines Schüleraustauschs in Belfort. Gemeinsam mit den 10 RadL-Mitgliedern, die den Weg per Rad zurückgelegt hatten, und den Belfortern wurde die Städtepartnerschaft gefeiert.

 

40 Jahre Partnerschaft mit Belfort

„Vor vierzig Jahren war der 6. Februar 1977 die Geburtsstunde der Städtepartnerschaft zwischen Leonberg und Belfort“ erinnerte Belforts Bürgermeister Damien Meslot. Diese deutsch-französische Freundschaft habe über die Jahre viele Begegnungen bei diversen Vereinstreffen, über den Austausch der Gymnasien, bei musisch-kulturellen Veranstaltungen, Kontakten der evangelischen Kirchengemeinden bis hin zum kommunalen Erfahrungsaustausch erfahren. Sie alle lebten die deutsch-französische Freundschaft.

Da gerade die Landschaftspfleger beider Städte besonders regen Austausch miteinander hätten, freue er sich, das Jubiläum dann zu feiern, wenn Belfort den beliebten „Beflorissimo“ (Blumenmarkt) eröffne. Und weil Franzosen nun einmal das Pathos lieben, stimmte der Belforter Bürgermeister einen dreifachen Hochruf an: "Es lebe Leonberg! Es lebe die deutsch-französische Freundschaft! Es lebe die Partnerschaft zwischen Leonberg und Belfort!"

 

Freundschaft in der Festungsanlage gefeiert

Den Festempfang hatten die Gastgeber in die berühmte Festungsanlage Belforts gelegt. An dem historischen Ort, an dem 1871 der deutsch-französische Krieg Spuren hinterlassen hat. In der Festungsanlage, die daran erinnert wie kriegerisch sich früher die Völker Europas gegenüberstanden, wird heute die Freundschaft zwischen zwei Völkern gefeiert. Dies ist möglich, weil man sich nach dem zweiten Weltkrieg bewusst dazu entschieden hat, andere Akzente zu setzen. Eine neue Friedensordnung und eine deutsch-französische Freundschaft sollten die wesentlichen Pfeiler des Zusammenlebens sein. Daran erinnerte Oberbürgermeister Bernhard Schuler.

„Mit Dank blicken wir heute auf unsere 40 Jahre Städtepartnerschaft. Über all die Jahre, unabhängig von politischer Coleur und den regierenden Bürgermeistern wurde ein reger Kontakt gepflegt und es hat immer Impulse gegeben. Wie bei einer Ehe müsse man eine Partnerschaft stets pflegen, ihr neue Akzente schenken und so in die Zukunft tragen.“ Dazu gehöre das Bewusstsein, dass es keine sinnvolle Alternative zu der deutsch-französischen Freundschaft gibt. Das sahen auch die Schüler des Lycée Condorcet und des Johannes-Kepler-Gymnasiums Leonberg so, die ihren Eindruck von der jeweiligen Partnerstadt und der Freundschaft der Städte schilderten.

Leonbergs tierische Sympathieträger, die Leonberger Hunde, waren ebenfalls beim Festakt erschienen.

Belforter Blumenmarkt: Chapeau!

Die Eröffnung des Belforter Blumenmarkts und der Rundgang durch die Fußgängerzone entlang an all den vielen Blumenbeeten zeigten eindrücklich, warum Belfort die in Frankreich so sehr begehrte Auszeichnung der vier Blumen für Landschaftspflege (vergleichbar den Michelin-Sternen für die Gastronemie) verliehen wurde. Das Motto lautete in diesem Jahr „Chapeau“. Es ging um Hüte, aber es wurde auch gleichzeitig der Hut gezogen, in Gedenken an den jüngst verstorbenen Initiator der Blumenschau, Gilbert Le Jardinier.

 

Zum Abschluss Musik

Den Tag schloss ein öffentliches Kirchenkonzert mit dem Ensemble „Stemma Nova“ ab, das Musik aus der Zeit Martin Luthers darbot. Die Reformation stand auch im Mittelpunkt des Gottesdienstes am Sonntag in der ev. Kirche mit dem Leonberger Dekan a.d., Hartmut Fritz. Ein Partnerschaftskonzert des Orchesters Giocoso Belfort und der Preisträger von „Jugend musiziert“ der Leonberger Jugendmusikschule hat die Feierlichkeiten abgeschlossen.