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03.03.2017

Helmut Lachenmann mit einem Gesprächskonzert zu Gast im Theater im Spitalhof

Ein Gesprächskonzert mit dem Komponisten Helmut Lachenmann ist ein besonderes musikalisches Ereignis für unsere Stadt, das im Leonberger Theater im Spitalhof am Freitag, 17. März, 19.30 Uhr, stattfindet.
Singstimme mit Klavier, Klavier mit (und ohne...) Singstimme: Das Programm verbindet ein hochexpressives Werk der "Wiener Schule" mit daran anknüpfenden Kompositionen der Gegenwart: Musik von Helmut Lachenmann und Jan Kopp, Lachenmanns hoch geschätztem ehemaligem Schüler. Bei den Werken Kopps handelt es sich um eine Uraufführung. Allesamt Werke, in denen Ausdruck ins „Sprachlose“ gesteigert wird und umschlägt in weiträumige Klang-Landschaften: Musik als Hör-Abenteuer.

Da die Plätze im Theater im Spitalhof begrenzt sind, sind die Konzertbesucher gebeten, entweder frühzeitig zu kommen oder sich bei der Jugendmusikschule Leonberg eine Karte zu reservieren unter der Rufnummer 07152 / 990 1471.

Aufgeführt werden folgende Werke:
Helmut Lachenmann „Ein Kinderspiel“ für Klavier (1980) und „Got Lost“ für Sopran (2008)
Anton Webern Op. 25 „Drei Lieder“ für Gesang und Klavier
Jan Kopp „Schwellen“ für Sopran und Klavier (2011/2015)

Helmut Lachenmann wird in die Werke einführen.
Es wirken mit: Yuko Kakuta, Sopran, Kammersängerin an der Staatsoper Stuttgart sowie Yukiko Sugawara, Klavier.
Der Eintritt zu diesem Benefizkonzert – Tastenpatenschaft ist frei. Eine Mindestspende in Höhe von 15.-€ pro Person (Schüler etwas weniger) ist erwünscht.

Ein besonderes Benefiz–Konzertereignis zu gunsten eines Flügels für die Jugendmusikschule Leonberg.

Der Verein der Freunde und Förderer der Jugendmusikschule Leonberg hat es sich zum Ziel gesetzt, den Kauf eines repräsentativen Flügels zum 50-jährigen Bestehen Jugendmusikschule zu ermöglichen. Er soll dem laufenden Schulbetrieb sowie der Begabtenförderung zu Gute kommen. Für dieses Anliegen konnten die Jugendmusikschule Leonberg und der Förderverein der Jugendmusikschule den Komponisten gewinnen, ein Benefiz - Konzert in Leonberg zu geben.

Da die Plätze im Theater im Spitalhof begrenzt sind, sind die Konzertbesucher gebeten, entweder frühzeitig zu kommen oder sich bei der Jugendmusikschule Leonberg eine Karte zu reservieren unter der Rufnummer 07152 / 1471 oder unter jms@leonberg.de .

Helmut Lachenmann

Helmut Lachenmann, einer der namhaften Komponisten Deutschlands, lebt seit vielen Jahren mit seiner Familie in Leonberg-Höfingen. Der einzige Schüler des bekannten italienischen Komponisten Luigi Nono unterrichtete u.a. an der Musikhochschule Stuttgart, an der Musik-Akademie der Stadt Basel und an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Wesentlichen Einfluss auf seine Kompositionsmethode hatte darüber hinaus Karlheinz Stockhausen während der sogenannten „Kölner Kurse“.
Für sein kompositorisches Schaffen erhielt Helmut Lachenmann zahlreiche Ehrungen, u.a. den Ernst von Siemens Musikpreis (1997), den Royal Philharmonic Society Award London (2004), den Berliner Kunstpreis (2008) sowie den Leone d´oro der Biennale di Venezia. 2010 wurde er durch den Prince of Wales zum Fellow der Royal Academy of Music London ernannt, erhielt 2011 das Bundestverdienstkreuz 1. Klasse verliehen für sein musikalisches Lebenswerk, mit dem er folgende Komponistengenerationen nachhaltig beeinflusst, und 2012 erhielt er den französischen Dienstorden „Arts et Lettres“. Helmut Lachenmann ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin.

Tasten–Patenschaft

Für den Kauf eines hochwertigen Flügels stieß der JMS – Förderverein das Projekt Tasten-Patenschaft an. Gespendete 199 Euro stehen für eine Taste des Flügels. Aktuell steht das Spendenbarometer bei 20 000 Euro. Besonders großzügige Spender über 500 Euro werden auf einer Plakette am Instrument namentlich gewürdigt.

Der Komponist Helmut Lachenmann

Am 27. November 2015 wurde der weltbekannte Komponist, der mit seinen Werken das Denken und Empfinden von Musik nachhaltig verändert hat, 80 Jahre alt. Zu diesem Anlass veranstalteten Musik der Jahrhunderte, die Oper Stuttgart, die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und der SWR ein vierwöchiges Festival „Lachenmann-Perspektiven“ mit vielen internationalen Gästen. In zahlreichen Konzerten wurden nicht nur Kompositionen des Jubilars aufgeführt sondern auch Werke von Zeitgenossen und Schülern Lachenmanns. Herausragend sind das Eröffnungskonzert zu nennen, bei dem drei Sinfonieorchester das wegweisende Stück von Karlheinz Stockhausen „GRUPPEN für drei Orchester“ zusammen mit Lachenmanns „Serynade für Klavier“ aufgeführt haben , und das Abschlusskonzert mit dem Staatsorchester Stuttgart in der Liederhalle, das Beethovens Sinfonie Nr. 3 Es-Dur mit Lachenmanns Tanzsuite mit Deutschlandlied konfrontierte.

Unvergessen ist die Aufführung der Lachenmann Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ 2001 in der Stuttgarter Oper, nachdem die Uraufführung bereits 4 Jahr zuvor in Hamburg stattgefunden hatte. Dem danach folgenden Gastspiel in der Pariser Oper folgten zahlreiche weitere Aufführungen u.a. in Frankfurt, bei den Ruhrfestspielen und in der Berliner Oper. 2011 haben die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle Helmut Lachenmanns Stück für Orchester „Tableau“ zusammen mit der Sinfonie Nr. 9 von Gustav Mahler in ihr Programm aufgenommen.

Aber auch in Leonberg wurden bisher in größeren Abständen Kompositionen von Helmut Lachenmann aufgeführt, zuerst 1992 bei der Vernissage zur Ausstellung „Platzverführung“ mit Jörg Immendorf im Alten Rathaus. Es folgen ein Porträtkonzert 1993 in Theater im Spitalhof und die Aufführung eines Klavierstücks 1998 beim Festakt in der Stadthalle zu 750 Jahre Leonberg sowie 2013 das gefeierte Gesprächskonzert im Theater im Spitalhof. Eindrücklich für die glücklichen Kartenbesitzer war auch das Gesprächskonzert im Alten Höfinger Rathaus im letzten Jahr.

Bei einem besonderen Projekt wirkten 2015 Klavierschüler der Leonberger Jugendmusikschule mit. Es ging um die Interpretation der sieben kleinen Stücke für Klavier unter dem Titel „ Ein Kinderspiel“ von Helmut Lachenmann. Neben 4 anderen jungen Pianisten aus dem Stuttgarter Raum waren Marvin Weise, Adrian Hodum und Louis Karsch vom Fachbereich Klavier der Leonberger Schule mit ausdrucksstarkem Spiel an der Aufführung im Silcher-Saal der Liederhalle beteiligt. Der Lehrkraft Karin Reitz war es gelungen den Komponisten selbst für die Proben in Leonberg zu gewinnen.

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