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27.12.2017

Altjahrabendfeiern in Leonberg und Eltingen

Eine sehr schöne alte Tradition in Leonberg ist es, gemeinsam am 31. Dezember den Altjahrabend zu feiern. Oberbürgermeister Martin Kaufmann lädt die Leonberger Bevölkerung zum besinnlichen Ausklang des Jahres ein und nutzt die Gelegenheit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen sowie einen Ausblick auf das kommende Jahr zu geben.

Auf dem Leonberger Marktplatz beginnt die Altjahrabendfeier um 17 Uhr. Unterstützt von Stadtkapelle und dem Ökumenischen Bläserkreis Leonberg kann sich die Bürgerschaft auf dem festlich dekorierten historischen Marktplatz begegnen. Die Anwohner des Marktplatzes bittet die Stadt herzlich, die Tradition fortzusetzen und die Fenster mit Kerzen zu erhellen.

Um 18 Uhr sind die Bürgerinnen und Bürger auf den mit Fackeln beleuchteten Kirchplatz in Eltingen eingeladen. Dort wird die Altjahrabendfeier vom Posaunenchor und der Lyra Eltingen musikalisch umrahmt.

 

Programm Marktplatz Leonberg, 17 Uhr

  • Gemeinsamer Gesang (Begleitung Stadtkapelle Leonberg):
    "Ach wiederum ein Jahr verschwunden"
  • Ökumenischer Bläserkreis Leonberg
  • Ansprache des Oberbürgermeisters Martin Kaufmann
  • Ökumenischer Bläserkreis Leonberg
  • Gemeinsamer Gesang (Begleitung Stadtkapelle Leonberg):
    "Nun danket alle Gott"
  • Stadtkapelle Leonberg

 

Programm Kirchplatz Eltingen, 18 Uhr

  • Musikalischer Auftakt
  • Gemeinsamer Gesang (Begleitung Lyra Eltingen und Posaunenchor):
    "Lobe den Herren"
  • Ansprache des Oberbürgermeisters Martin Kaufmann
  • Gemeinsamer Gesang (Begleitung Lyra Eltingen und Posaunenchor):
    "Nun danket alle Gott"
  • Musikalischer Ausklang

 

Im Auftrag der Stadt wird an beiden Veranstaltungsorten für die Bürger kostenfrei Glühwein ausgeschenkt. In Leonberg übernimmt dies Lothar Mattner und Team vom Domizil, in Eltingen der Bürgerverein Eltingen mit seinem Vorsitzenden Klaus Hettler.

 

Zum Ursprung der Leonberger Altjahrabendfeiern


Herkömmlich wird der Brauch, am letzten Tag des alten Jahres Lichter in die Fenster zu stellen, in Zusammenhang mit der Zeit der Pestepidemien von 1635 gebracht. „Die Obrigkeit habe damals angeordnet, dass in allen Wohnungen, die noch bewohnt waren, ein Licht im Fenster aufzustellen sei, damit man sehe, dass noch Leben im Haus sei“, soweit mündliche Überlieferungen. Keinen Anhaltspunkt für diese historische Wurzel bieten aber die vielen Akten aus dieser Zeit im Stadtarchiv. Vielmehr war es Sitte, die pestverseuchten Häuser zu kennzeichnen. Dazu wurden die Haustüren mit einem großen weißen oder roten Kreuz bemalt.

Quellen aus dem 19. Jahrhundert bringen mehr Klarheit über den Ursprung der traditionellen Altjahrabendfeiern. Urkundlich belegen lässt sich ein Zusammenhang zwischen dem Lichterbrauch und einer Feier auf dem Marktplatz zumindest seit dem Jahr 1817.

Im Stadt- und Amtsboten Leonbergs 1848 ist zu lesen: "Der letzte Abend des alten Jahres wird seit undenklichen Zeiten unter Absingen einiger Lieder in Begleitung von Posaunen, wobei sich die ganze Bürgerschaft beteiligt, mit einer Feierlichkeit beschlossen, die in jeder Beziehung ihnen würdig ist, wozu die Bewohner des Marktplatzes durch Beleuchtung ihrer Häuser beitragen …".

Ähnliches berichtet der Schwäbische Merkur 1851: "Die letzten Stunden des scheidenden Jahres wurden hier von der ganzen Bürgerschaft durch Absingen einiger Lieder mit Posaunenbegleitung in gemeinsamer Weise auf dem Marktplatz begangen. Alle Häuser auf dem Marktplatz waren beleuchtet. Diese Feierlichkeit besteht schon seit Jahrhunderten."

Viel jünger ist der Brauch, dass der jeweilige Schultheiß bei dieser Feier eine Rede hält. 1923 gab es diese Rede zum ersten Mal.

Altjahrabendfeier in Eltingen ab 1925 und ab 1951


1925 wird auf Anregung von Schultheiss Arnold eine "Jahresschlussfeier", eine "Silvesterfeier" unter Beteiligung der Gesangs- und Musikvereine begangen. Es werden Kerzen in die Fenster des Rathauses gestellt. Die Menschen versammeln sich auf der Hauptstraße vor dem Rathaus.

1926 findet die Feier wieder statt und der Eltinger der Gemeinderat beschließt die Kosten für die Kerzen zu übernehmen. Im Vorjahr hatte das Gremium der Feier zwar zugestimmt, es sollten aber "womöglich" keine Kosten entstehen.

Aus dem Gemeindeblatt vom 29.12. 1933 geht hervor, dass die Feier bis 1932 stattgefunden hat. 1933 wurde die Feier vom Stellvertretenden Bürgermeister Breimaier verboten.

1951 wird in Eltingen die Feier wieder eingeführt, nach dem Vorbild der Leonberger Altjahrabendfeier. Von Anfang an sind die Chorgemeinschaft Eltingen und die Lyra eingebunden. Wegen geringer Teilnehmerzahl wird 1971 erwogen, die Feier in Eltingen aufzugeben. Das geschieht aber dann doch nicht.

Als 1975 die Schule zwischen Rathaus und Kirche abgebrochen, der Platz neu gestaltet und 1978 das Rathaus renoviert ist, wird auf Initiative des städtischen Kulturamts (zuständig seit 1978) die Altjahrabendfeier 1978 in Eltingen grundlegend verändert. Die Vereine und kirchlichen Gruppen brachten sich stärker ein. Seitdem schenkt z.B. der Bürgerverein Glühwein aus, rahmen Fackelträger die Feier ein, beginnt die Feier um 18 Uhr. Bis zur Verlegung der B 295 bzw. Verkehrsberuhigung in Eltingen wurde die Carl-Schmincke-Straße für die Dauer der Feier gesperrt.